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Alles was bleibt

Kapitel 12

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Ich würde sie einfach wieder raus lassen, raus aus meinem Herzen, raus aus meinem Kopf, raus aus meinem Bauch. Wenn ich sie nicht wieder sah, würde es bestimmt funktionieren. Immerhin hatte es schon einmal geklappt. Dachte ich. Ich schnappte mir also meinen Rucksack, holte mein Fahrrad aus dem Keller und machte mich auf den Weg. Denn mein Kühlschrank war ja tatsächlich mehr als leer und könnte eine Auffüllung gebrauchen. Als ich wieder zuhause war und gerade alle eingekauften Sachen aufgeräumt hatte, klingelte mein Handy. Es war Danny, meine beste Freundin aus Schultagen. Ich schmiss mich auf mein Sofa. "Und geht es deinen Kleinen wieder gut?" wollte ich wissen. "Ja, das Fieber ist weg. Sie schlafen gerade. Ich ruf eigentlich an, weil ich wissen wollte, . " Ich führte ihren Satz zu Ende: "wie das Klassentreffen war. " Sie lachte. "Genau, das wollte ich wissen. Und? Erzähl schon. " Ein wenig genervt verdrehte ich die Augen, aber sie konnte mich ja nicht sehen. "Da gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. " Ich schloss kurz die Augen um mich an irgendwelche Details zu erinnern, damit ich ihre Neugier befriedigen konnte und um ihr nicht erzählen zu müssen, dass ich nicht lange geblieben war. Denn dann hätte sie nach den Grund gefragt und darüber wollte ich garantiert nicht mit ihr sprechen. Also gab ich ihr ein paar Infos und sie schien zufrieden. "Und sind auch ein paar Lehrer gekommen?" Mein Herz schlug gleich schneller, weil ich Carol vor mir sah. "Ja

" antwortete ich mit einem leichten Zittern in der Stimme. Ich hoffte, dass Danny nichts davon bemerken würde. Verdammt, Carol war nicht einmal in meiner Nähe und trotzdem wirkte allein der Gedanke an sie sich so auf mich aus. "Es waren einige da. Herr Althaus, Herr Zilinkski, Frau Pfrünt und Frau Livine. Die sahen irgendwie alle noch so aus wie früher. " Ich vernahm ein kleines Quicken an der anderen Leitung. "Oh man, und ich konnte nicht kommen. Ich hätte Frau Livine gern wieder gesehen. " Ja, Carol war auch ihre absolute Lieblingslehrerin gewesen. "Wie geht es ihr und was macht sie so?" Ich atmete kurz tief ein und aus. "Ich glaube ganz gut. Sie ist wieder in die Stadt gezogen und unterrichtet auch hier. Mehr hat sie eigentlich nicht erzählt. " Natürlich hätte ich Danny auch davon berichten können, dass Carol und ich am nächsten Tag einen Kaffee trinken waren, zusammen bei mir zu Abend gegessen hatten und sie die Nacht mit mir in einem Bett verbracht hatte. Schließlich hatte das alles keine weitere Bedeutung, aber ich wollte es ihr nicht erzählen, weil es mir etwas bedeutete, auch wenn ich es mir nicht wirklich eingestehen wollte. Nach unserem Gespräch fühlte ich mich innerlich so aufgewühlt, dass ich nicht in meiner Wohnung bleiben wollte. Ich kam mir wie ein Tiger im Käfig vor. In mir tobte ein Sturm, den ich nicht aufhalten konnte. Ich musste raus. Also schnappte ich meine Jacke, mein Handy und fuhr einfach mit meinem Rad los. Raus aus der Stadt, die Landstraße entlang. Ich war wieder einmal auf der Flucht vor mir selbst. Aber dieses Gefühl in mir ließ sich nicht abschütteln, egal wie schnell ich in die Pedale trat, egal wie weit ihr fuhr

Es folgte mir wie ein Geist, es hielt mir fest, umklammerte mich und griff nach meinem Herzen. Nach einer gefühlten Ewigkeit bog ich in eine Seitenstraße ein. Ich kannte den Weg. Er führte an einen großen See. Um den See führte ebenfalls ein Radweg. Ich radelte noch ein Stück. Meine Beine schmerzten bereits, mein Atem ging schnell und ich spürte ein Brennen in meiner Brust. Ich hielt an einem Schild: Vogelinsel. Hier konnte man sein Rad abstellen und zu Fuss weiter auf eine Insel laufen. Es war nur ein schmaler Pfad, alles wirkte sehr unberührt, wild, verwachsen. Nach einer Weile erreichte ich eine große Aussichtsplattform, eine Art Beobachtungsplateau für Wildvögel. Ich stieg die Treppen ganz nach oben. Zum Glück war niemand anderes hier. Erschöpft ließ ich mich auf die Bank fallen. Mein Gesicht glühte. Mein Hals war ausgetrocknet. Leider hatte ich in der Eile vergessen, etwas zu trinken einzustecken. Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. Mein Herz fühlte sich so schwer an. Langsam atmete ich ein und aus. Dieser Frieden an diesem Ort, die Rufe der Vögel und das Rascheln der Blätter beruhigten mich langsam. Diese riesige Anspannung, die ich noch vor kurzem verspürt hatte, löste sich langsam auf, aber was blieb, war dieses seltsame, schmerzhafte Gefühl in meinem Inneren und ihr Bild, wenn ich dir Augen schloss