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Alles was bleibt

Kapitel 17

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Ich hatte Angst und wusste nicht, wie ich diese Nähe ertragen sollte. Aber ich traute mich nicht ihre Einladung abzulehnen. Wie sollte ich es ihr auch erklären? Also wechselte ich meinen Platz und setzte mich zu ihr. Unsicher griff ich nach dem Glas Wasser, als benötigte ich etwas, woran ich mich fest halten konnte. Sie sprach über meine Idee. Sie hatte mir zugehört. Das war ich nicht gewohnt, dass mich jemand wahrnahm, mich beachtete. Ich hing an ihren Lippen. An ihren vollen, dunklen Lippen, die ich zu gern geküsst hätte. Der Gedanke erschrak mich erneut. Ich nahm einen Schluck, fand dabei allerdings keinerlei Erfrischung oder Erlösung. Diesmal gab es keinen Fluchtweg. Ich zwang mich zur Ruhe. Dann machten wir ein kleines Brain-Storming. Sie war so wundervoll. Wir lachten sogar miteinander. Es verwunderte mich, dass es einige Momente gab, in denen ich ihre Nähe genoss. Ja, sie machte mich immer noch verrückt, benebelte mein Gehirn und ließ mein Herz aussetzen und gleichzeitig war ihre Nähe so angenehm. Ich konnte es irgendwie immer noch nicht fassen. Wir waren immer nur Lehrer und Schüler gewesen. Dann hatten wir uns ganze 5 Jahre nicht gesehen und jetzt? Ich wusste es selbst nicht. Es war noch nicht einmal eine Woche her, dass wir uns wieder getroffen hatten. Aber es fühlte sich alles so vertraut an. Wie sie mit mir umging, mich ansah, mit mir sprach. Ich konnte es selbst nicht erklären. Wie, wenn sich Freunde nach einer langen Zeit wieder sahen. Wir waren aber nie Freunde gewesen. Waren wir es denn jetzt? Ich glaubte es nicht, aber es fühlte sich beinahe so an. Sie war so locker und unbefangen. Eine ganz neue Seite, dich ich als Schülerin so nicht an ihr kennengelernt hatte. Sie wusste nicht, wie mein Verstand plötzlich in Slow-Motion schaltete, wenn sie mich nur anlächelte

Wie sie mich durcheinander brachte und ich den Atem anhielt, wenn sie mich ganz unbewusst berührte. Es fühlte sich so gut an bei ihr zu sein. Für nichts auf der Welt wollte ich in diesem Moment woanders sein. "Was hältst du von einer Pause? Magst du was mit mir essen?" Noch immer hielt ich mein Glas wie einen Rettungsanker, obwohl es schon längst leer war. "Ich will dir nicht noch mehr Umstände machen. " erwiderte ich schüchtern. "Machst du nicht. " Ihr Lächeln war so unglaublich warm. "Ich brauch sowieso jetzt ein Abendbrot. " grinste sie und legte ihre Hand auf ihren Bauch. Sie griff nach meiner Hand und zog mich mit in die Küche. "Wie wäre es mit einem Salat nach Art des Hauses alla Carol?" fragte sie. "Klingt echt gut. " antwortete ich. Sie nickte und holte die Zutaten aus dem Kühlschrank. "Kannst du bitte die Schüssel aus dem Schrank da oben raus holen?" bat sie mich. Ich öffnete die Schranktüren, aber die Schüssel standen im obersten Fach. Ich streckte mich, aber kam nicht ran. In diesem Augenblick spürte ich ihren Körper, der sanft an meinen drückte. Oh nein, ich glaube, ich falle gleich in Ohnmacht. Sie stand auf einmal hinter mir, streckte sich ebenfalls und holte die Schüssel herunter. Meine Wangen brannten wie Feuer. Ich drehte mich zu ihr um und sie hielt mir die Schüssel hin. "Tut mir leid. Ich vergess immer, dass nicht alle so groß sind wie ich. " Sie war tatsächlich einen Kopf größer als ich. Ich griff nach der Schüssel und unsere Hände berührten sich. Wieder spürte ich diese Stromschläge, die mein Herz mehr und mehr rasen ließen. Es waren nur Sekunden, aber mir kam es wie eine Ewigkeit vor, wie wir so da standen und uns in die Augen sahen. Doch genauso schnell, wie der Moment gekommen war, verschwand er wieder. "Magst du den Eisbergsalat schneiden?" Ich nickte, denn zu mehr war ich noch nicht wieder in der Lage

Sie wusch derweilen Paprika, Tomaten und Gurke. Dann mixte sie das Dressing. Dazu gab es noch gekochten Schinken, Fetakäse, Oliven und gekochte Eier. Am Ende sahen unsere Salatteller wie kleine Meisterwerke aus. Sie holte noch ein halbes Baguette aus dem Brotkorb und schnitt ein paar Scheiben für uns ab. "Meinst du, wir haben uns ein Glas Wein verdient?" sie feixte dabei und holte zwei Gläser aus dem Schrank. Es war so perfekt. Doch womit hatte ich das verdient? Ich fühlte mich wie in einem falschen Film. Ich gehörte nicht hierher. Dieser Platz sollte für jemanden anderen bestimmt sein. Ich sollte nicht hier sein und ihre Zeit verschwenden. Trotz dieser Gedanken, die mich plagten, genoss ich jede Sekunde - mit ihr, als wären es die letzten - mit ihr. Während wir unseren Salat aßen, beobachte ich sie dabei heimlich. Sie hielt noch ihre Gabel in der Hand, als sie ihren Blick auf mich legte. "Deine Eltern werden bestimmt stolz auf dich sein. " sagte sie und stach nach einem Stück Käse. "Mmhhh. " gab ich nur von mir. Ich war froh, dass ich gerade vom Baguette gebissen hatte und nicht mehr sagen konnte. Und dabei wollte ich es auch belassen. "Meinst du nicht?" hakte sie nach. Ich wusste nicht, ob sie wirklich darauf eine Antwort wollte. Also zuckte ich nur mit den Schultern. "Ich wäre sehr stolz auf meine Tochter. " fügte sie hinzu. Ich biss mir etwas auf die Unterlippe und musste etwas Feuchtes in meinen Augen weg blinzeln. Keine Tränen, bitte nicht. Verzweifelt griff ich nach dem Weinglas und machte einen großen Schluck. Der Alkohol brannte in meinem Hals und half mir meine Fassung zu bewahren