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Alles was bleibt

Kapitel 20

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Allein nur, wenn ich daran dachte, kam mein Herz ins Stolpern und meine Wangen begannen zu glühen. Die Tage zogen sich unbarmherzig in die Länge. Oft musste ich an Carol denken und ja, ich vermisste sie, dabei tat ich alles dafür, sie aus meinen Gedanken zu verdrängen. Ich vergrub mich in eine Menge Arbeit in meinem Büro, so dass ich erst spät nach Hause kam. Ich verbot mir ihr zu schreiben oder ihre Nummer zu wählen, obwohl ich so gern ihre Stimme gehört hätte. Selbst in meinem Schlaf verfolgte sie mich, so dass ich fast jede Nacht mit rasendem Herzen aufschreckte. Was war mit mir los und was sollte ich tun? Was wäre das Richtige? Ich hatte absolut keine Ahnung.   Es war Mittwoch Abend als ich eine Nachricht von ihr bekam: C: "Hi Sam. Wie geht es dir? Alles ok? Hier ist es ziemlich langweilig. Ich hatte mir wirklich mehr von dem Lehrgang erhofft. Auch das Essen hier ist furchtbar. Freue mich schon auf was Gutes beim Italiener am Freitag mit dir. Hast du schon was von dem Verlag gehört? LG Carol. " Ohne das ich es wollte, machte meinen Herz einen Satz und eine angenehme Wärme breitete sich in meinem Inneren aus. Ohne an meine Vorsätze zu denken, tippte ich eine Anwort: S: "Hi Carol. Wünschte, du wärst jetzt hier bei mir. Du fehlst mir so!" Erschrocken blickte ich auf das Display und löschte den Text ganz schnell. Stattdessen schrieb ich: S: "Hi Carol. Hab im Moment viel Arbeit im Büro. Bisher hat sich der Verlag nicht gemeldet. Wenn ich was höre, geb ich dir als erste Bescheid. Gruss Sam

" Senden - erfolgreich gesendet - gelesen. Ich schmiss mein Handy auf den Sessel mir gegenüber und schaltete den Fernseher aus. Mir war die Lust darauf vergangen. Also beschloss ich noch zu duschen und ging dann ins Bett. Doch schlafen konnte ich nicht. Jede Nacht musste ich daran denken, wie ich mit Carol zusammen hier in meinem Bett gelegen hatte. Manchmal meinte ich ihren Körper an meinem zu spüren, ihren Arm, wie er zufällig auf meine Hüfte gerutscht war. Ich seufzte tief. Warum ich, warum sie?  Ich sprang aus meinem Bett und trank einen Schluck Wasser in der Küche. Und wieder quälten mich Erinnerungen an sie, als sie sich von hinten an mich gedrückt und ich ihren Atem in meinem Nacken gespürt hatte. Ihr Flüstern an meinem Ohr. Selbst jetzt bei den Bildern der Vergangenheit reagierte mein Körper mit Gänsehaut. Es brachte mich durcheinander. Es tat weh, ohne das ich wusste warum. So ähnlich hatte ich schon einmal gefühlt und es hatte mich zerissen. Ich brauchte Abstand. Gleich nach unserem gemeinsamen Essen am Freitag würde ich damit beginnen. Mein Leben sollte wieder so sein, wie vorher. Langweilig, still, einsam, routiniert . Wollte ich das wirklich? Ich setzte mich im Dunkeln an meinen Küchentisch, an dem wir gemeinsam gefrühstückt hatten. Ihr Bild war vor mir, wie sie ihre braunen Haare zurück warf und mich anblickte, wie sie lachte. Aufgeben wollte ich sie auf keinen Fall

Vielleicht würde es mir gelingen, meine Gefühle in den Griff zu bekommen? So dass ich in ihrer Nähe sein könnte, wie ein normaler Mensch? Vielleicht könnten wir einfach nur Freunde sein. Ja, das was eine gute Idee. Das wünschte ich mir. Ich würde mich einfach dazu zwingen, etwas anderes für sie zu empfinden. Ich musste und ich würde. Das Wort "Freunde" hörte sich doch gut an. Es klang nach Nähe und Geborgenheit. Und mehr wollte ich ja gar nicht, oder? Mein Entschluss stand fest, sie hatte mir ihre Freundschaft angeboten und ich würde annehmen. Es war mehr als ich mir damals je erhofft hatte. Der Gedanke gefiel mir. Nicht immer allein zu sein, mit jemanden zusammen Zeit zu verbringen, zu reden und zu lachen, Spaß zu haben. Einfach das da jemand war, der an einen denkt und der einen hilft, wenn man allein nicht weiter weiß. Und diese seltsamen Gefühle, die von meiner Schüchternheit entstanden, würden mit der Zeit verschwinden. Mit diesen Überlegungen fiel es mir leichter in den Schlaf zu finden. Dabei merkte ich nicht, wie ich mich selbst betrog. Es war nie nur Freundschaft gewesen. Carol war schon längst tief in meinem Herzen. Sie hatte es nie verlassen. Doch ich wollte meiner eigenen Lüge glauben.                                  -------------"Lüge – du bist nicht der Gegenpart der Wahrheit, sondern nur ihre Variante von Blindheit, Irrtum und Angst. " (Zitat von Christa Schyboll)                                    -------------