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Alles was bleibt

Kapitel 27

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Mein Kopf war wie leer gefegt und ich sah nur, wie Carol mich anstrahlte. Offenbar freute sie sich über meine Zusage und allein das, machte mich glücklich. In diesem Moment war mir nichts wichtiger. Nach dem Essen verzichteten wir beide auf einen Nachtisch. Den Wein hatten wir geleert und ich merkte, wie er mir leicht die Sinne benebelte. Nachdem ich bezahlt hatte, brachte der Kellner mit einem breiten Grinsen und Augenzwinkern noch jeden ein Glas Amaretto. Wir mussten beide darüber kichern, als er uns wieder allein ließ. Sie erzählte mir noch eine witzige Anekdote aus ihrer Studienzeit und wir mussten beide darüber lachen. Meine Güte, wie liebte ich ihr Lachen. Es klang so wunderbar und ich wusste, dass ich es nie wieder vergessen könnte. Es machte sie noch schöner als sie bereits war. Sie hatte mein Herz erneut in Brand gesetzt, es ohne es zu wissen einfach entzündet und dieses Brennen war süßlich und schmerzhaft zugleich. Wir liefen beide durch den Park, redeten und lachten. Ich war wie berauscht, aber nicht vom Wein, sondern von ihr. Ich fühlte mich wie ein Alkoholiker, der sich Abstinenz verordnet hatte, aber rückfällig geworden war. Ich hatte mich nicht an meine eigene Abmachung gehalten und nun war ich ihr hoffnungslos verfallen. Ich hatte gekostet und konnte nicht wieder damit aufhören. Wie benommen sog ich jedes Detail von ihr in mich auf. Ihr Duft hüllte mich ein und ein Schlag traf jedes Mal mein Herz, wenn sie lachend, unabsichtlich an meine Schulter oder meinen Arm stieß. Diese Wärme, die meinen Körper in Beschlag nahm, schien beinahe übermächtig zu werden und auch die nächtliche Kühle brachte keine Erleichterung. Plötzlich blieb sie stehen und ich merkte, dass wir bereits vor ihrem Hauseingang standen

"Willst du noch mit reinkommen?" fragte mich eine sanfte, leicht dunkle Stimme. Ein Schauer lief mir dabei über den Rücken und ich musste an meinen Traum denken. Nein, ich musste gehen. Ich konnte unmöglich bei ihr bleiben. Doch es schien egal, was ich dachte, oder was mein Verstand wollte. "Ja, gern. " hörte ich mich in die Nacht antworten. Wir waren gerade in den Flur getreten, da griff Carol nach meiner Hand und zog mich hinter sich her Richtung Schlafzimmer. "Komm mal mit. Ich will dir etwas zeigen. " Mir blieb gar keine Gelegenheit groß nachzudenken. Mein Puls begann zu rasen und mir wurde die Luft knapp, je näher wir der offenen Tür kamen. Was hatte sie nur mit mir vor? Der Duft von ihr, der diesen Raum komplett ausfüllte, brachte mich beinahe um den Verstand. Sie hielt noch immer meine Hand und führte mich zu ihrem Kleiderschrank. Hier hatte sie gestanden und sich umgezogen. Bilder blitzten vor meinen Augen auf und lähmte mich innerlich noch mehr. Am Spiegel hingen mehrere Postkarten untereinander. Sie waren an lauter kleinen Klammern befestigt und jede zeigte einen anderen Ort. "Die sind von meinem Vater. Er befindet sich gerade auf großer Kreuzfahrt und schickt mir aus jeder Stadt, in der er anlegt, eine Karte. "Sie ließ meine Hand los und griff nach einer Postkarte, die an ihrem Nachttisch stand

Ich machte zwei Schritte auf sie zu, um ihre Nähe nicht aufgeben zu müssen. "Die hier ist heute mit der Post gekommen aus Montevideo. " Noch im Reden drehte sich Carol zu mir um und wäre beinahe mit mir zusammen gestoßen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass ich so nah hinter ihr stand. Diese plötzlich Nähe ließ mich zusammen zucken und ich machte einen Schritt zur Seite, um sie vorbei zulassen. Sie sah mich einen Moment lang durchdringend an, dass mir heiß und kalt zugleich wurde und trat dann ohne ein weiteres Wort wieder an den Spiegel heran. "Weißt du, als meine Mutter noch lebte, planten die beiden einmal zusammen auf diese Reise zu gehen. Dann wurde meine Mutter schwer krank und sie kamen nicht mehr dazu. Deswegen ist mein Vater jetzt auf Weltreise. Es ist für ihn wie eine Art Abschied. Die zwei waren immer ein Herz und eine Seele und es fällt ihm sehr schwer ohne sie zu sein. " Während sie sprach, hängte sie die Karte zu den anderen. Noch immer stand sie mit dem Rücken zu mir und blickte gedankenverloren auf die Karten. Ich hatte ein wenig Wehmut und Trauer in ihrer Stimme gehört. So gern wollte ich etwas sagen, etwas sinnvolles, etwas tröstendes, aber ich brachte kein einziges Wort heraus. Stattdessen ging ich einen Schritt auf sie zu und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Es fühlte sich seltsam an, sie zu berühren und auch, dass sie die Berührung zuließ. Und tatsächlich schafften es noch ein paar Worte aus meinem Herzen über die Lippen: "Es tut mir leid. Bestimmt fehlt sie dir auch sehr