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Alles was bleibt

Kapitel 30

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Dieses Kapitel ist aus der Sicht von Carol geschrieben und gibt einen kleinen Einblick darüber, wie sie die Begegnungen mit ihrer ehemaligen Schülerin erlebt und mit welchen Augen sie Sam sieht. Als ich die Einladung zum Klassentreffen in der Hand hielt, war für mich sofort klar, dass ich auf jeden Fall hingehen würde. Sie waren "meine Klasse", mein Start ins Lehrerleben als Referendarin. Ich hatte sie in guter Erinnerung und es interessierte mich, was aus ihnen geworden war. An diesem Abend kam ich ein paar Minuten später, weil mich mein Vater, der im Moment auf großer Reise war, noch angerufen hatte. Ich setzte mich an den ersten Tisch, an dem schon ein paar andere Lehrer saßen, die ich noch gut von früher in Erinnerung hatte. Doch als mich kurze Zeit später umsah, entdeckte ich SIE unter den anderen. Ich erkannte sie sofort, obwohl sie sich so verändert hatte. Da war nichts mehr von dem kräftigen, burschikosen Mädchen mit der Kurzhaarfrisur. Sam. Sie hatte sich zu einer attraktiven jungen Frau gewandelt. Sie trug die dunkelblonden Haare gesträhnt und etwas länger, war dezent geschminkt und erröte in diesem Moment heftig, als sich unsere Blicke begegneten. Was sie wohl gerade dachte? Ich wollte gern wissen, wie es ihr ergangen war und wechselte die Tische. Doch gerade hatte ich mich gesetzt, wurde ich leider von den anderen mit Fragen bombadiert und in ein Gespräch verwickelt. Ab und zu begegneten sich unsere Blicke, was sie anscheinend etwas zu verwirren schien. Doch plötzlich stand sie auf, verabschiedete sich kurz und verschwand. Mit Bedauern sah ich ihr nach. Als ich mich spät am Abend ebenfalls verabschiedete, entdeckte ich im Eingangsbereich eine Kontaktliste der Ehemaligen. Und tatsächlich hatte sich Sam hier mit einer Handynummer verewigt. Mein Glück. Ich speicherte mich gleich ihre Nummer in mein Telefon und nahm mir vor, ihr noch heute Nacht zu schreiben. Und tatsächlich verabredeten wir uns für den nächsten Tag in einem Cafe. Ich wollte sie wirklich wieder sehen und wissen, was aus ihr geworden war. Ob sie immer noch Geschichten und Gedichte schrieb? Hatte sie einen Freund? Und wieso war mir das eigentlich plötzlich so wichtig? Ich staunte nicht schlecht, als sie mir am nächsten Tag von der geplanten Veröffentlichung eines Romans von ihr erzählte. Wir plauderten ein wenig über unsere Vergangenheit und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie sehr angespannt und nervös in meiner Gegenwart war. Lag es daran, dass sie in mir immer noch nur die Lehrerin von früher sah? Ich beschloss das zu ändern. Immer wenn wir uns trafen, genoss ich ihre Nähe, ich mochte ihre Ernsthaftigkeit und zeitgleich ihre Naivität

Mich verzauberte ihr schüchternes Lächeln und ihre roten Lippen, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Oft hatte ich den Eindruck, dass sie selbst gar nicht wusste, wie attraktiv sie war. Mir war es auf jeden Fall nicht entgangen, genauso wenig, wie ihre Zuneigung zu mir. Immer wieder suchte sie meine Nähe und ergriff im nächsten Moment die Flucht. So gern ich auch den ersten Schritt gemacht hatte, hielt ich mich doch bewusst zurück. Ich weiß nicht genau warum, aber ich wollte, dass sie über ihren Schatten springt, dass sie aus sich heraus geht, dass sie mich will. Immer wieder forderte ich sie heraus, reizte sie, aber immer wieder wisch sie mir aus. Zu gern hätte ich manchmal gewusst, was in ihrem hübschen Kopf vorging. Hielt sie sich absichtlich zurück und wenn ja, warum? Es gelang mir nicht dahinter zu steigen. Es freute mich, als sie mich anrief und um Hilfe bei ihrem Buch bat. Ich suchte ihre Nähe, überraschte sie mit kleinen Berührungen, aber nichts schien ihren Schutzpanzer durchdringen zu können. Mit jeder Stunde, die wir miteinander verbrachten, fand sie einen Weg tiefer in mein Herz. Es war nicht einfach für mich neben ihr so nah einzuschlafen, ohne mich an sie heran zu kuscheln, ohne ihr durch die Haare zu fahren, ohne ihr einen Kuss in den Nacken zu hauchen. Als wir dann durch den Park liefen, nahm ich einfach ihre Hand. Es fühlte sich so gut an und sie ließ es zu. Als wir uns nur ein wenig später so nah kamen, dass sich unsere Lippen beinahe berührten, dachte ich, das jetzt ist der Moment. Diese um einige Jahre jüngere wundervolle Frau brachte mein Herz aus dem Takt. Aber als sie uns dann Freunde nannte, ging ich ein wenig enttäuscht auf Abstand. Hatte ich mich so geirrt, ihre Blicke, ihre Gesten fehlgedeutet? Ich war mir nicht sicher, denn ich bildete mir ein, in ihren Augen etwas anderes erkennen zu können. Wer weiß, wie das gemeinsame Essen beim Italiener geendet wäre, wenn nicht meine beiden Lehrerkolleginnen aufgetaucht wären. Ich hatte beinahe den Eindruck, dass Sam ein wenig eifersüchtig war, was mich lächeln ließ. Als wir in meiner Wohnung waren und ich ihr die Postkarten von meinem Vater zeigte, da gab es einen ganz besonderen Moment zwischen uns, dass fühlte ich. Sie stand hinter mir und ich spürte ihre Hand auf meiner Schulter. Das erste Mal, dass sie mich so bewusst berührte und die Hitze drang durch den Stoff auf meine Haut und breitete sich in meinem ganzen Körper aus. Doch als ich kurz darauf ihre verspannte Schulter massieren wollte, sprang sie plötzlich auf und lief davon. Ich hatte den Eindruck, dass sie das oft tat, davon laufen, flüchten. Aber ich bin ein Geduldsmensch, sonst wäre ich nicht Lehrerin geworden

Und tatsächlich dauerte es nicht lang, bis sie wieder an meiner Tür stand, denn sie hatte ihre Tasche bei mir vergessen. Ich hatte mir fest vorgenommen, sie nicht noch einmal so einfach davon laufen zu lassen. Ich stellte sie vor die Wahl, entweder ich fahr sie mit dem Auto heim oder sie übernachtet bei mir. Erstaunlicherweise willigte sie in das Zweite ein. Als sie dann in meinem Schlafzimmer in dem kurzen Shirt stand, raubte es mir beinahe den Atem. Ich konnte ihr die Verlegenheit ansehen und wollte sie davon befreien. Dabei kamen wir uns wieder sehr nahe. Sie flüsterte meinen Namen und dann passierte es. Sie küsste mich. So lange hatte ich schon darauf gewartet, ihre Lippen auf meinen zu spüren. Doch sie schien das ganze mehr zu erschrecken. Sie wollte sich abwenden, aber diesmal hielt ich sie auf und zog sie ganz nah an mich. Ich wollte sie nie wieder laufen lassen. Und dann küsste ich sie, länger, leidenschaftlicher. Sie erwiderte, was mein Herz immer schneller schlagen ließ. Das kannte ich gar nicht von mir. Ich war immer so beherrscht und hatte alles im Griff und plötzlich brachte mich meine ehemalige Schülerin ganz aus dem Konzept. Ich konnte mich nicht beherrschen und fuhr mit meiner Hand ihren Oberschenkel entlang unter das Shirt. Sie hatte die Augen geschlossen und zitterte vor Aufregung. "Sam. " flüsterte ich ihr ins Ohr: "Lass mich dein Espresso sein. ""Carol. " sagte sie atemlos und sorgte so für eine Gänsehaut bei mir. "Das bist du längst. "