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Alles was bleibt

Kapitel 46

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"Sag nicht sowas Sam. Du bist wundervoll, du vergisst es nur andauernd. " Ihre dunklen Augen leuchteten mich an und ich sah darin, dass sie jedes Wort so meinte, wie sie es sagte. "Vielleicht brauche ich jemanden, der es mir immer wieder sagt. " flüsterte ich. "Das könnte sein. " antwortete sie mir und küsste mich zärtlich. Mein Herz schien dabei zu hüpfen, es könnte aber auch sein, dass es gerade in diesem Moment einen Freudentanz vollführte. Und dann lehnte ich einfach an ihr, lag in ihrem Arm und vernahm ihrem Herzschlag. Kräftig,  bum-bum-bum, regelmäßig und stark, bum-bum-bum. So brachte sie mich wieder ins Gleichgewicht. Ich konnte es nicht beschreiben, aber es fühlte sich an, als würde ich geerdet, als wäre mein Motor vorher im ersten Gang 100kmh schnell gefahren und kam langsam wieder zum Stillstand. Ich konnte wieder atmen und genoss es ihren Duft in mich aufzunehmen. Es war nicht nur einfach dieses Parfum, dass sie oft trug. Da schwang auch noch ein Hauch ihres zitronigen Duschgels mit und dieser eigene, unbeschreibliche, anziehende Duft, den ich nie wieder vergessen würde. Mit ihren Finger fuhr sie immer wieder streichelnd über meinen Arm und ich hatte den Eindruck, dass auch sie die gemeinsame Stille genoß. Ich spürte, wie die Wärme des Tees und ihre Nähe mich entspannten und sich langsam ein Schleiher der Müdigkeit über meine Augen legte. "Soll ich mit Denise reden?" vernahm ich Carols Worte wie durch einen Nebel, während ihre Hand über mein Haar strich. "Das braucht du nicht. Wirklich. " murmelte ich ohne meine Augen zu öffnen. Es war nicht mehr wichtig. Ihre Worte hatten ihr Macht verloren. Ich glaubte Carol. Ich hatte es in ihren Augen gesehen, hatte es in ihrer Stimme gehört und bei ihrem Kuss gefühlt. Ich wollte nicht, dass dieses wundervolle Gefühl aufhörte, dass mich gerade innen und außen erfüllte und ganz und gar einhüllte

Doch meine Gedanken glitten immer wieder ab und meine Augenlider wurden schwerer und schwerer. "Du, Carol?" Sie hielt in ihrer Bewegung inne. "Würdest du bleiben? Heute? Bei mir?" Ich weiß nicht, was ich mir dabei dachte, wahrscheinlich nichts oder nicht viel. Wie real war dieser Augenblick? Ich konnte nicht mehr klar denken, nur noch fühlen und es fühlte sich verdammt gut an. Ich wollte diesen Moment der Geborgenheit nicht aufgeben, wollte ihn festhalten und tief in meinem Herzen wie einen Schatz aufbewahren. Auch wenn ich wusste, dass ich es nicht verdiente. Als ich mitten in der Nacht aufwachte, erinnerte ich mich nicht mehr daran, wie ich ins Bett gekommen war. Meine Hand berührte die kühle Wand vor mir. Ich blinzelte in die Dunkelheit und lauschte den Geräuschen der Nacht. Hatte ich alles nur geträumt? Ich konnte meinen Atem hören. Doch dann stutzte ich. Es war nicht mein Atem. Ich spürte wie sich mit der Erkenntnis eine intensive Wärme in meinem ganzen Körper ausbreitete. Mit einem Mal war ich hellwach. Ich hatte nicht geträumt. Es war alles so passiert. Es war alles echt. In diesem Moment schmiegte sich ein warmer Körper an meinen Rücken und ein Arm legte sich auf meine Hüfte. Genau diese Situation hatte ich schon einmal erlebt. Ich erinnerte mich noch genau, wie mein Herz brannte, weil es so raste, wie mir heiß und kalt zugleich war, wie ich ihr beinahe den Verstand verlor, je mehr ich ihre Nähe wahr nahm, wie ich mich an die Wand drückte um Abstand zu bekommen und am liebsten auf und davon gelaufen wäre.   Aber dieses Mal war es anders. Mein Herz trommelte immer noch hektisch in meiner Brust, aber ich wich nicht mehr zurück vor ihrer Nähe, sondern ließ es geschehen. Schließlich griff ich nach ihrer Hand und legte sie auf meinen Bauch. Ihr Atem streichelte meinen Nacken. Ich schloss die Augen und fiel bald darauf in einen tiefen, entspannten Schlaf, wie schon lange nicht mehr. Ich hörte das Rascheln von Stoff, leise Schritte auf dem Fussboden, einen Reissverschluss und dann strich eine Hand sacht über meine Wange

Küsse bedeckten mein Gesicht. Langsam löste ich mich aus der Welt der Schlafenden. Ich gab mir einen Ruck, schlug die Augen auf und blickte in ein wunderschönes Gesicht. "Aufstehen du Schlafmütze. Wir müssen gleich los. " lächtelte sie und ihre dunklen Augen strahlten mich an. "Wieso los? Wohin?" murmelte ich verschlafen. "Welchen Tag hatten wir überhaupt?" ging es mir durch den Kopf. "Na, auf die Arbeit. " Schlagartig saß ich im Bett. Carol lachte und ich sah sie an. Es war wie ein Film, wie Zeitlupe, wie sie so da stand, nur in ihrer Bluse und Socken, wie sie sich ihre enge Jeans anzog, wie sie die Knöpfe schloss, sich dann aufrichtete und ihre braunen langen Haare in einer fließenden Bewegung mit einer bezaubernden Kopfbewegung nach hinten fallen ließ. Mein Herz blieb stehen als sie zu mir kam, sich zu mir beugte und mich küsste. "Du solltest das Atmen nicht vergessen. " zwinkerte sie mir zu und verschwand aus dem Schlafzimmer. Ich hatte nicht bemerkt, dass ich den Atem angehalten hatte und starrte ihr nach, obwohl sie schon aus meinem Blickfeld verschwunden war. Was machte sie nur mit mir? Seit sie mir das erste Mal begegnet war, hatte sich ein Zauber über mich gelegt, der mich nicht wieder los ließ. Mein Herz hatte sich weit geöffnet und sie tief in sich aufgenommen. Seitdem hatte ich sie nie wieder aus meinen Gedanken und Gefühlen gebracht. Sollte es möglich sein? Vielleicht konnte man ja tatsächlich die Vergangenheit hinter sich lassen, vergessen, noch einmal neu anfangen. Vielleicht war das hier ein Geschenk für mich, eine zweite Chance, die ich nutzen sollte. Es fühlte sich so gut an und es war kein Traum. Ich wollte es versuchen. Ich wollte loslassen und nach vorne sehen. Ich wollte sie, wollte das sie blieb, wollte verdammt nochmal diese zweite Chance mit ihr. Ich wollte es so sehr